http://dancefestival.lublin.pl/index.php?page=toula-limnaios_en     »every single day« ist frei inspiriert nach dem mythos des sisyphos von albert camus. das absurde besteht in dem spannungsverhältnis zwischen der sinnwidrigkeit der welt einerseits und der sehnsucht nach einem sinn bzw. sinnvollem handeln. sisyphos ist symbol für ein lebensgefühl und wirft uns zurück auf unsere verwundbarkeit als mensch und seine vergänglichkeit. camus hat den mythos neu interpretiert – er hat einen menschen gezeichnet, der zwar schwer an der last seiner aufgabe trägt, aber in der permanenten monotonie seines alltags sinn und sogar glück findet. wie sisyphos sind die interpreten in aktionen verstrickt, die aussichtslos erscheinen – nicht, weil sie es wollen, sondern weil sie unfähig sind, sich aus ihnen zu lösen. in einer zeitschleife wiederkehrender bewegungen mit leichten, fast unmerklichen veränderungen, eskaliert die situation und führt zwangsläufig zum ausbruch, der eine mögliche auflösung erreichbar werden lässt. »every single day« ist eine choreographie des betrachtens, eine poetische annäherung an die beständig wachsende absurdität. sie treibt alltagssituationen an die grenze zum surrealen und lässt dort zutiefst menschliche eigenschaften erscheinen.  es sind wandelnde bilder in stetiger entwicklung wie der zyklus des lebens. sisyphos steht für die tägliche herausforderung, etwas »unmögliches« zu tun. die wiederkehrende monotonie verbindet hoffnung und illusion zugleich. »der kampf gegen gipfel vermag ein menschenherz auszufüllen. wir müssen uns sisyphos als einen glücklichen menschen vorstellen.«  »für die vergebliche sehnsucht der menschen findet sie faszinierende, bildstarke inszenierungen. nie entsteht monotonie, weil alles in einer gefahrvollen schwebe bleibt, weil einem das aufbegehren gegen die sinnlosigkeit von diesem großartigen ensemble mit solcher kraft und eindrücklichkeit vor augen geführt wird, dass man immer weiter zuschauen möchte. großen anteil an dem atmosphärisch ungemein dichten tanzabend hat die musik. am ende tief beeindruckte zuschauer.« (nürnberger nachrichten)  eine produktion der cie. toula limnaios mit freundlicher unterstützung der kulturverwaltung des landes berlin und des fonds darstellende künste e.v. aus mitteln des bundes. gastspiele: berlin, hameln, düsseldorf, heilbronn, vilnius, nürnberg, lublin  wiederaufnahme 2012 tanz: maría de dueñas lópez, elia lópez, lisa oettinghaus, karolina wyrwal, giacomo corvaia, yannis karalis, hironori sugata
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